Am Mittwoch, den 20. August, um 18 Uhr laden der Förderverein Projekt Osthofen e.V. und die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz zu dem Vortrag "Die Weimarer Republik und wir" von Dr. Tim Müller in die Gedenkstätte KZ Osthofen ein.
1926 lag Hoffnung in der Luft. Die Katastrophen und Krisen der Anfangsjahre der Weimarer Republik schienen überwunden. Die Demokratie schien zu funktionieren und langsam auch die widerstrebende Rechte zu integrieren. Reformen gelangen: Die Arbeitslosenversicherung wurde 1926 vom Reichstag beschlossen. Die demokratischen Massenorganisationen hatten weit mehr Mitglieder als die Verbände der extremen Linken und extremen Rechten. Der Erste Weltkrieg war endgültig vorbei: Deutschland wurde in den Völkerbund aufgenommen, die Außenminister Aristide Briand und Gustav Stresemann erhielten für ihr Versöhnungswerk den Friedensnobelpreis. Nur wenige Jahre später stürzten Wirtschaft und Staat in eine noch nie dagewesene Krise, die in die „Machtübernahme“ durch Adolf Hitler und die Nationalsozialisten mündete und das demokratische Experiment von Weimar nach 14 Jahren beendete. Wie nahe ist uns die Weimarer Republik? Was lernen wir aus ihr über die Krisenanfälligkeit und Paradoxien, aber auch über die Kreativität, die Lösungs- und Lernpotentiale von Demokratien? Befinden wir uns noch immer im Horizont der „klassischen Moderne“ von Weimar, oder hilft uns der reflexartige Rückblick kaum bei der Orientierung in der neuen Unübersichtlichkeit unserer Gegenwart?
Der Vortrag versucht sich diesen Fragen zu nähern und nach der Bedeutung der Weimarer Republik für uns heute zu fragen.
Der Demokratiehistoriker Dr. Tim Müller hat zahlreiche Publikationen zur Demokratiegeschichte vorgelegt (u.a. „Demokratiegeschichten“ (Geschichte und Gesellschaft), hrsg. zus. mit Hedwig Richter, 2018; „Normalität und Fragilität: Demokratie nach dem Ersten Weltkrieg“, hrsg. zus. mit Adam Tooze, 2015; „Nach dem Ersten Weltkrieg: Lebensversuche moderner Demokratien“, 2014; „Krieger und Gelehrte“, 2010) und ist seit 2025 der Demokratieland-Referent der LpB.
Veranstalter:
Förderverein Projekt Osthofen e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für poltische Bildung Rheinland-Pfalz, Gedenkstätte KZ Osthofen
Termin und Anmeldung
Mittwoch, der 20. August 2026, um 18 Uhr in der Gedensktätte KZ Osthofen
Aus organisatorischen Gründen wird um eine Anmeldung unter info@gedenkstaette-osthofen.lpb.rlp.de oder unter 06242-910810 gebeten.
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