Eine "asoziale" Pfälzer Familie.


Wie in der NS-Zeit auf einem Sozialfall moralische Minderwertigkeit gemacht wurde

Mittwoch, der 27. Mai, um 18 Uhr:

Alfons Ludwig Ims, geboren 1949 in Kaiserslautern, spricht über seine im Nationalsozialismus und nach 1945 als „asozial“ stigmatisierte Familie.

 

Seine Großeltern kamen aus Sankt Alban, sein Vater wurde 1900 in Kaiserslautern geboren. Er hatte in erster Ehe neun Kinder. Nach der Nazi-Ideologie war es aber keine kinderreiche Familie, sondern eine „asoziale Großfamilie“. Die Familie lebte in Armut und unter schwierigen Bedingungen. Statt Hilfe erwartete sie im Nationalsozialismus Zwangsmaßnahmen: Die erste Ehefrau wurde zwangssterilisiert und verstarb. Die Kinder kamen in Heime. Der Vater heiratete erneut. Die zweite Ehefrau und Mutter von Alfons Ludwig Ims kämpfte bis 1951 dafür, dass alle seine Geschwister zur Familie zurückkamen. Darunter war auch eine spätere Bewohnerin von Göllheim. Sie war 1938 zur Fürsorgeerziehung eingewiesen worden. 15-jährig ist sie durch Bombardierung von Frankenthal der Zwangssterilisation entronnen und wurde erst 1946 wieder nach Hause entlassen.

Der studierte Mathematiker Alfons Ludwig Ims war 40 Jahre in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit tätig. Seit 2010 befasst er sich mit den Themen „NS-Euthanasie“, Zwangssterilisation und der „Asozialen“-Politik der Nationalsozialisten. Er engagiert sich dazu in verschiedenen Gremien. Alfons Ludwig Ims hat die Geschichte seiner Familie recherchiert und diese 2022 unter dem Titel „Eine „asoziale“ Pfälzer Familie. Wie in der NS-Zeit aus einem Sozialfall moralische Minderwertigkeit gemacht wurde“ veröffentlicht.

"Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus 1933 - 1945 - heute"
Gestaltung: Eichfelder Artworks

Veranstalter
Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Gedenkstätte KZ Osthofen in Kooperation mit dem Förderverein Projekt Osthofen e.v.

Termin und Anmeldung
Mittwoch, der 29. Mai, um 18 Uhr in der Gedenkstätte KZ Osthofen
Um eine Anmeldung unter
info@gedenkstaette-osthofen.lpb.rlp.de oder unter 06242-910810 wird gebeten.

<< Zurück zur Übersicht

Scroll to Top